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Studie: Whistleblowing wird immer wichtiger

Whistleblowing gewinnt weltweit an Bedeutung. Das ergab eine Studie der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP. In ihrem Auftrag wurden 2.500 Führungskräfte in den USA, Asien und Europa zum Thema Whistleblowing in ihren Unternehmen befragt. Bereits 2014 ließ Freshfields eine ähnliche Studie durchführen. Im direkten Vergleich lassen sich nun interessante Entwicklungen hinsichtlich Akzeptanz, Unternehmenskultur und Verbesserungsbedarf ableiten. So standen beispielsweise vor drei Jahren noch 40 Prozent der Befragten, Whistleblowing ablehnend gegenüber, während 2017 lediglich 13 Prozent angaben, dass sie das Thema generell kritisch betrachten.

Frankreich: Akzeptanz steigt

Besonders in Frankreich ist die wahrgenommene Unterstützung von Whistleblowing durch die Führungsebenen erheblich gestiegen – obwohl das Thema historisch bedingt skeptisch beäugt wird. Während 2014 nur 26 Prozent der Befragten angaben, ihre Vorgesetzten würden Whistleblowing befürworten sowie Hinweisgeber schützen und ermutigen, hat sich dieser Prozentsatz innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt (2017: 53 Prozent). Die Ursache des Umdenkens könnte im nahenden Anti-Korruptionsgesetz „Sapin II“ zu finden sein: Ab dem 1. Januar 2018 sind Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern gesetzlich dazu verpflichtet, ein Hinweisgebersystem zu installieren. Bei Verletzung drohen signifikante Strafen.

Mehr Berührungspunkte

Knapp die Hälfte aller befragten Manager (47 Prozent) gaben an, dass sie in ihrer Karriere bereits mit Whistleblowing in Berührung gekommen sind; sei es als Hinweisgeber selbst oder als Empfänger einer Hinweisabgabe. 2014 gaben dies nur 34 Prozent der Befragten an. In Deutschland zeichnet sich dieser Trend besonders deutlich ab: Während 2014 nur 29 Prozent der Beteiligten angaben, in Hinweisgeber-Themen involviert zu sein, sind es 2017 bereits 54 Prozent.

Unternehmenskultur als Schlüssel

Hinsichtlich der Unternehmenskultur ist das Ergebnis zweideutig: Einerseits sind 61 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass Whistleblowing Verfahren dabei helfen, mögliche Probleme früh zu identifizieren. Andererseits sagten 25 Prozent, dass es in ihrem Unternehmen zwar ein solches Verfahren gäbe, dieses aber nicht aktiv kommuniziert werde. Zudem gaben 55 Prozent an, dass die Furcht vor negativen Auswirkungen auf die eigene Karriere sie vom Whistleblowing abhielten.

Vorteile werden deutlich

Insgesamt verbreitet sich das Wissen um die Vorteile entsprechender Kanäle: Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Führungskräfte finden, dass ein Hinweisgebersystem es Mitarbeitern ermöglicht, Wissen über mögliche Missstände zu melden. Ein knappes Drittel (32 Prozent) der Manager denken, dass ein solcher Kommunikationskanal es wahrscheinlicher macht, dass Mitarbeiter ihre Bedenken zunächst innerhalb des Unternehmens melden statt sich an externe Stellen zu wenden.

Die Studie schließt mit der Beobachtung, dass Unternehmen die Risiken durch den falschen Umgang mit Hinweisgebern immer bewusster werden, sei es finanziell, regulatorisch oder hinsichtlich der Reputation.

Link zur Studie: Whistleblowing is on the rise (Englisch)