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Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen steigt

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PwC-Studie zeigt: Der Betrug bei Abrechnungen im Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren stark gestiegen

 

Wirtschaftskriminalität macht auch vor der Gesundheitsbranche nicht Halt: Laut einer PwC-Studie zum Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen sind Betrugsdelikte und Schadenshöhe in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Mit ernsten Folgen, denn es entstehen nicht nur wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für Krankenversicherungen, sondern gleichzeitig sinkt das Vertrauen der Patient*innen und es steigen Kosten für medizinische Leistungen.   

Laut der Studie berichten 53 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen von über 100 Betrugsfällen im letzten Jahr, 48 Prozent davon mit einem Schaden von über 500.000 Euro. Bei privaten Krankenversicherungen sind es sogar 76 Prozent, die von einem Gesamtschaden von mehr als 500.000 Euro erzählen. Die Ergebnisse zeigen dabei zwei Haupttätergruppen: stammen die Täter*innen bei den gesetzlichen Krankenkassen vor allem aus dem Bereich der Pflege, sind es bei den Privatversicherungen eher die Versicherten selbst. 

Wie werden die Betrugsdelikte aufgedeckt? Hier spielen Hinweise von außen eine tragende Rolle. So sind es im Fall der gesetzlichen Krankenkassen vor allem andere Kassen, Verbände oder die Polizei, die die Hinweise liefern, während private Krankenversicherungen auf Staatsanwaltschaft und Polizei als Hauptinformationsquellen setzen. Die Möglichkeiten eines eigenen Kontrollsystems werden in diesem Zusammenhang bei beiden Gruppen bislang noch vernachlässigt.[1] 

Über die Studie: 

Die Studie knüpft an eine Vorgänger-Umfrage aus dem Jahr 2012 an und wurde von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC durchgeführt. Hierbei wurden 19 gesetzliche und 13 private Krankenversicherungen zum Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen befragt. 

[1] https://www.pwc.de/de/pressemitteilungen/2021/abrechnungsbetrug-fuehrt-zu-steigenden-schaeden-im-gesundheitswesen.html