Frankreich: Sapin-II

„Sapin II”, das Antikorruptionsgesetz in Frankreich, das am 10. Dezember 2016 verabschiedet wurde und im Juni 2017 in Kraft getreten ist, verpflichtet Unternehmen, ein Compliance-Programm inklusive eines Whistleblowing-Systems einzuführen. 

Zusätzlich fordert das Gesetz umfassende Compliance-Programme für Unternehmen in Frankreich mit mehr als 500 Mitarbeitern und Unternehmen innerhalb von Konzernen mit einer französischen Muttergesellschaft mit mindestens 500 Mitarbeitern weltweit und jährlichen Bruttoeinnahmen von mehr als 100 Millionen Euro. Bei nicht EInhaltung kann die Geschäftsleitung strafrechtlich belangt werden. 

Weiterhin kann es passieren, dass Unternehmen, die sich zuvor der Korruption schuldig gemacht hatten, ebenfalls Compliance-Programme etablieren müssen.

Ein solches Compliance-Programm sollte folgende Maßnahmen enthalten:

  • Ausarbeitung eines internen Verhaltenskodex (Code of Conduct)
  • Ein internes System, welches es Whistleblowern leicht macht, einen Verdacht bzw. einen Verstoß auf Bestechung oder Korruption zu melden
  • Einführung einer Korruptions-Risikomatrix
  • Einrichtung eines Due-Diligence-Verfahrens für Kunden, Direktlieferanten und Drittparteien
  • Einsatz einer internen und externen Rechnungsprüfung, um sicherzustellen, dass keine Konten verborgen bleiben
  • Compliance-Schulungen für Führungskräfte und Personal in besonders risikoanfälligen Bereichen
  • Regelmäßige Evaluierung der Effizienz der Maßnahmen

Die Antikorruptionsbehörde AFA kann bei Nichteinhaltung bzw. Verstößen hohe Strafen i.H.v. bis zu 200.000 Euro für Einzelpersonen und 1 Million Euro für juristische Personen verhängen.

Vgl. LexisNexis GmbH unter: www.lexisnexis.de/blog/compliance/compliance-risiko-in-frankreich  (abgerufen am 04.06.2020).