International

ISO 19600 Compliance Management Systems – Guidelines von 2014

Der Standard der Internationalen Organisation für Normung (ISO) wurde im Dezember 2014 veröffentlicht. Spezialisten aus elf Ländern waren an der Erarbeitung des Standards beteiligt, der auch global agierenden Organisationen und Unternehmen international konsistente Richtlinien für den Einsatz von Compliance Management Systemen (CMS) bieten soll. Das grenz- und branchenübergreifendes Regelwerk basiert auf den Prinzipien von Good Governance, Verhältnismäßigkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit und legt Wert auf eine flexible Anwendung. Dies wird durch seine Eigenschaft als Leitfaden besonders betont – die Norm stellt ausdrücklich keine Anforderungen, sondern gibt Empfehlungen.

Die Guidelines helfen bei der Erkennung und Analyse potenzieller Risiken und nennen Gegenmaßnahmen gegen die größten Compliance-Risiken. Neben interner und externer Kommunikation wird auf die Effektivitätsbewertung der Compliance-Maßnahmen sowie die laufende Prozessverbesserung eingegangen.

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OECD-Grundsätze der Corporate Governance von 2014

Die Grundsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden 1999 vom Rat der OECD auf Ministerebene gebilligt und sind seitdem zu einer internationalen Richtschnur für politische Entscheidungsträger, Investoren, Unternehmen und sonstige interessierte Gruppen in aller Welt geworden. Das Instrument definiert nicht-rechtsverbindliche Standards, empfehlenswerte Praktiken sowie Orientierungshilfen für die Umsetzung, die dann den spezifischen Umständen der verschiedenen Länder und Regionen angepasst werden können. Die OECD-Grundsätze der Corporate Governance werden momentan überarbeitet und sollen künftig auch Schutzvorschriften für Hinweisgeber beinhalten.

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OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen von 2011

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) will ethisch verantwortungsvolle Unternehmensführung weltweit durchsetzen. Neben dem Bekenntnis zu Menschenrechten und der Verpflichtung, das nationale Recht zu achten, sind Regeln zur Bekämpfung der Korruption enthalten. Unter anderem wird die Einführung von Managementkontrollsystemen gefordert, die der Bestechung und Korruption entgegenwirken. Die Leitsätze sehen jedoch keine Sanktionen bei Verstößen vor.

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Wolfsberg Anti-Corruption Guidance von 2011

Die Wolfsberg-Gruppe ist ein Zusammenschluss aus elf global führenden Banken. Sie veröffentlicht Richtlinien, in denen sich ihre Mitglieder losgelöst von möglichem Konkurrenzdenken zur Einhaltung gewisser Standards verpflichten, darunter Anti-Korruptions-Richtlinien. In Kapitel 8 werden die Einrichtung eines Hinweisgebersystems und der Schutz des Hinweisgebers gefordert.

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ICC Guidelines on Whistleblowing von 2008

Die Richtlinien der International Chamber of Commerce (ICC) geben Unternehmen auf freiwilliger Basis Anhaltspunkte für den Umgang mit Whistleblowing. Empfohlen werden darin vor allem praktische Schritte zur Etablierung eines Whistleblowing-Programms als Teil der internen Compliance-Maßnahmen: Sicherstellung, dass Meldungen schnell und unter Gewährleistung voller Vertraulichkeit bearbeitet werden; Benennung eines hochrangigen Managers als Verantwortlichen für den Whistleblowing-Bereich; Übersetzung und Implementierung des Programms in alle Länder, in denen ein Unternehmen tätig ist; Befolgung der externen rechtlichen Vorschriften; Entscheidung – unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen – ob Rückmeldungen anonym erfolgen oder offengelegt werden, ob sie verpflichtend oder freiwillig sind; Rückmeldung, Aufzeichnung und Überprüfung aller Hinweise; Sicherstellung, dass Angestellte ohne Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, Diskriminierung oder disziplinarischen Maßnahmen Vorfälle melden können.

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United Nations-Konvention gegen Korruption (UNCAC) von 2004

Die UNCAC wurde von 170 Staaten ratifiziert. Das Abkommen trat mit der Ratifizierung des 30. Unterzeichnerstaates im September 2005 in Kraft. In Artikel 8 wird die Einrichtung eines Systems für die Aufnahme von Hinweisen öffentlich Bediensteter zu Korruptionsfällen gefordert, in Artikel 33 der Schutz solcher Hinweisgeber. Eine weitere Bestimmung der UNCAC mit Relevanz für Whistleblower ist der effektive Schutz von Zeugen und Experten (Art. 32).

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